Vom Pezziball aufs Pferd gekommen:
Nach dem Sieg in der Voltigierpferdeprüfung für alle Pferde bis sieben Jahre hat "Loriot" unzählige Streicheleinheiten bekommen. Auch von mir natürlich. In meinem Alter, in dem
andere sich vom Leistungssport zurücksiehen, bin ich der einzige Mann der Gruppe 1 der Reitergemeinschaft Hegnach-Oeffingen der erst richtig eingestiegen ist. Und das in einen Sport bei dem die
Dominaz der Frauen unübersehbar ist. Ich habe im März dieses Jahres bei der Reitergemeinschaft Hegnach-Oeffingen mit dem Voltigieren, dem Turnen auf dem Pferd angefangen. Der Grund dafür war ein
roter Pezziball, mit der meine Freundin Claudia zu Hause übte. Sie übt das Votligieren schon 14 Jahre lang aus. Aber ich zeigte Ihr wie die Übungen mit dem Pezziball richtig gehen. Da dacht sie sich
"dann kann er auch beim Voltigieren mitmachen".
Als Claudia und ich uns vor zwei Jahren kennengelernt haben, spielte ich Fussball und sprang im Schwimmbad vom Turm (was Männer halt gern machen). Turnen habe ich schon in der Schule ganz gern gemacht, aber von Pferden hatte ich bis dahin noch nix am Hut, obwohl ich sehr Tierlieb bin. Ich hab am Anfang Respektvoll beim Voltigiertraining zugeschaut. Im vergangenen Winter bin ich zum ersten mal im Schritt auf unseren Lotti gesessen. Den Aufsprung auf Lotti habe ich dann im Februar dieses Jahres geschaft. Doch im Galopp zu turnen brauch es schon Mut dazu.
Ab da war ich vom Voltigieren infiziert, und der Ehrgeiz trieb mich. Anfangs bin ich zu jedem Training gekommmen, egal welche Gruppe trainierte. Meine Trainerin hat mich bei den Gruppen trainieren lassen, da jede gute Gruppe einen Mann hat.
Inzwischen klappt der Handstand auf dem Pferdrücken auch schon. Ich bin zum wichtigen Untermann geworden, da ich meine Mitturnerinnen nach oben stemmen und tragen kann. Doch mit dem Erfolg der neuen Gruppe hat unsere Trainerin nicht gerechnet. Schließlich war es auch das erste Turnier für mich und für unseren Loriot "auch Lotti" genannt wird.
Meine Kumpels haben am anfang schon etwas komisch gekuckt, aber das habe ich locker weggesteckt, und inzwischen wissen auch die Männer in meiner umgebung, wie viel Kraft, welche große Körperbeherschung und exaktes Timing für diese Sportart notwendig ist. Beim Voltigieren ist die Kraftanstrengung in der Kurzen Zeit anstrengender als ein Fußballspiel. Denn man brauch enorm Kraft immer das Tempo vom Pferd anzupassen, und ein Drittel der rund 15 Minuten dauernden Kür im Galopp ist dann sehr kraftraubend.
Inzwischen bereu ich sehr das ich so spät auf das Voltigierpferd aufgesprungen bin. Aber ich habe ja vielleicht noch ein paar sehr gute Jahre vor mir.
So jetzt wisst ihr wie ich zum Voltigieren gekommen bin.